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© Hedwigschwestern, Berlin 2012
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Dem Herzen Jesu geweiht
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Wer sich dem Herzen Jesu weiht, will sich im Tiefsten seines Herzens von der Liebe Gottes treffen lassen, wie sie sich in Jesus Christus geoffenbart hat. Gottes Wesen ist die Liebe. Es ist die Liebe zwischen dem göttlichen Vater und seinem Sohn, in die ein jeder hinein genommen und wunderbar geborgen ist vor aller Leistung und trotz aller Schuld. Dies macht den Menschen frei, sich so wie Jesus Christus von Gott gebrauchen und verbrauchen zu lassen, damit andere zu Gott und zu sich selbst und damit zum Leben finden.
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Wer sich dem Herzen Jesu weiht, wird sein eigenes Herz als das wichtigste erkennen, das er einzubringen hat, damit das eigene Leben und das der anderen gelingen kann. Er wird sein Herz entdecken und nach dem Bild Jesu Christi gestalten. Ein Herz so wie Jesus hat der, der keinen anderen übersieht, der hinhören kann, dem jeder einzelne wichtig ist.
Wer nach dem Beispiel Jesu Christi ein Herz für den anderen hat, übt sich in der Torheit, nicht nur seine, sondern auch die Last des anderen zu tragen.
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Ordensnachfolge nach dem Herzen Jesu bedeutet, durch das eigene Leben den Beweis zu erbringen, dass freie Entsagung in der Liebe des Gekreuzigten möglich ist und zum Dienst an anderen befreit. Jesus Christus vertraute auf die Macht des Herzens und gerade deswegen wählte er den Weg der Machtlosigkeit. So wird das Herz nach dem Maß Jesu Christi den Menschen zur Selbstlosigkeit beflügeln, weil die Macht der göttlichen Liebe reicht. Das Herz, das sich von Gott geborgen weiß, braucht nicht den Erfolg. Dabei hat das Herz schwer zu tragen. Die Gottlosigkeit des Daseins, die Torheit der Liebe, die Erfolglosigkeit der Aktionen, die des eigenen Lebens, das alles macht dem Herzen zu schaffen. Erträglich ist dieses Leben nur mit dem Blick auf das Herz des Herren. Denn das Herz des Herrn hat die Finsternis der Welt und ihre Erlösungsbedürftigkeit in sich hineingelassen und die Gottverlassenheit so vieler Menschen mitgetragen und sich dennoch an den göttlichen Vater gehalten. Wer den Mut aufbringt, sich glaubend und betend, hoffend und liebend an das Herz des Menschensohnes zu wenden, um in ihm das Bild zu finden, zu dem er berufen ist, wird immer mehr in die Lebens- und Schicksalsgemeinschaft Jesu Christi hinein gezogen.
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Für ein solches Herz gibt es keine schläfrige Alltäglichkeit mehr. Die Sprache des Herzens wird immer wieder einen Weg zu Gott zu suchen um täglich den Weg Gottes zum Nächsten beschreiten. Das Herz nach dem Herzen Jesu kommt von Gott nicht mehr los und fühlt sich immer wieder neu zu Gott hingezogen. Dies ist nicht Überforderung und unmenschliche Belastung. Je mehr die Selbstlosigkeit des Herzen Jesu zugunsten der Liebe und aus Leidenschaft zum Nächsten das eigene Herz bestimmt, wird der Mensch das Glück seines Lebens machen. Das Herz Jesu macht den Menschen bereit zu dem, was Gott will und der Nächste braucht, und das zugunsten des eigenen Ichs.
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