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© Hedwigschwestern, Berlin 2012

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Die heilige Hedwig

Heilige Hedwig

In den fast 70 Jahres ihres Lebens von 1174 – 1243 wurde die heilige Hedwig zu einem unübersehbaren Zeichen von Gottes Heiliger Gegenwart mitten unter den Menschen. In ihrem langen Leben haben 11 Päpste regiert, 4 Kaiser, fanden 2 Konzilien statt. Es war die Zeit des hohen Mittelalters, eine Zeit voller Extreme, voller Kriege, voller Sünde, aber auch voller Hingabe und Heiligkeit. Das Leben des heiligen Franz von Assisi, des heiligen Dominikus, der heiligen Elisabeth, einer Nichte der heiligen Hedwig, fällt in diese Zeit.

Eigentlich sprachen alle Voraussetzungen im Leben dieser Heiligen gegen ein Leben restloser Hingabe. Mit Gottes Gnade schaffte es die hl. Hedwig, die Familienveranlagung der Maßlosigkeit und Herrschsucht in eine maßlose Hingabe an Gott und einen restlosen Dienst an den Menschen zu verwandeln. Hedwig hatte begriffen: „Man muss Gegensätze durch Gegensätze heilen, den Hass durch die Liebe, die Schuld durch die Sühne.“ Hedwig wurde zur Büßerin, die buchstäblich mit nackten Füßen – auch im Winter – auf dem Boden der Wirklichkeit stand.

Hedwig von Schlesien
Sanct Hedwig

In ihrer Askese ging sie bis an die Grenzen der Selbstzerstörung. Dennoch war sie eine liebende Gattin, Muttern von sieben Kindern. Ihre Rechte als einflussreiche Gattin des polnischen Herzogs Heinrich hat sie vorbildlich dazu genutzt, dem damals armen und ungebildeten Volk Schlesiens die Bedingungen zu einem Leben der Menschenwürde und Gottwohlge- fälligkeit zu verbessern. In der Politik, wo unter dem Hochadel selbst Brüder gegeneinander in der Krieg zogen, siegte sie durch Verhandlungen, nicht durch das Schwert. Ihre Rechtsprechung war Hilfe und nicht Rache, denn sie kannte zu gut die dunkle Verflochtenheit menschlichen Lebens. Ergriffen von der Gegenwart des Herrn in seiner Kirche, wurde sie nicht müde, die damals weitgehend verwahrloste Priesterschaft für den Dienst am Volk zu reformieren.. Unermüdlich suchte sie die Nähe des Herrn in der heiligen Eucharistie, in der Heiligen Schrift und im Dienst am Nächsten.

Nach dem Tod ihres Gatten 1238 zog sie sich in das Zinsterzienserinnen- kloster Trebnitz bei Breslau zurück, wo sie streng nach der Regel lebte, ohne jedoch Profeß abzulegen. Sie starb am 15. Oktober 1243.

                 Klaus Klietsch

Grabmal Hl. Hedwig

Grabmal der Hl. Hedwig