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© Hedwigschwestern, Berlin 2012
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Die Hl. Schrift erwähnt den Mann der Gottesmutter Maria und den Vater Jesu nur am Rande, und das wenige, das über Josef gesagt wird, wird nicht um seinetwillen erzählt, sondern dient allein dem Glaubenszeugnis von der grundsätzlichen Bedeutung Jesu Christi. Vielleicht ist das der Grund, warum gerade dieser Mann für viele Katholiken eine große Bedeutung hat. Geht es nicht den meisten so wie Josef? Ohne große Worte einfach da sein und helfen, beschützen und umsorgen und das Ganze im völligen Einklang mit Gottes Willen.
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Das Matthäus – Evangelium erzählt mit literarischer Vollendung und Prägnanz von ausweglosen Situationen im Leben Josef: Josef sieht keinen Weg, Maria zu sich zu nehmen, denn das Kind ist nicht von ihm. Josef kann nicht in seiner Heimat bleiben, denn der grausame Verfolgungswahn des Königs Herodes bedroht das Leben des kleinen Kindes. Josef ist mit seiner Familie in der Fremde Ägyptens. Wann werden sie zu Hause sein dürfen? In den Erzählungen über Josef wird für alle etwas Typisches und Bedeutsames erzählt. Jeder Mensch erlebt Situationen der Ausweglosigkeit, der Machtlosigkeit und der Flucht. Oft scheint alles so abzulaufen, als wäre Gott nicht da. Josef erfährt durch einen dreifachen Traum, was Gott mit ihm vor hat, wie Gott sich seiner annehmen will und auf welche Weise Gott hilft.
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Den meisten Zeitgenossen von heute scheint es völlig Abwegig, menschliche Träume mit Gott in Verbindung zu bringen. Die Völker der Antike wussten uns die primitiven Völker der Gegenwart wissen es noch heute: Ein Traum antwortet auf die vom Verstand nicht lösbaren Lebensfragen und vermag einem verworrenen Leben Richtung und Ordnung zu geben. Denn in der Seele des Menschen sind seit Jahrmillionen zahllose Eindrücke und Bilder gespeichert, die ihn im Traum sehen lassen, in welche Richtung er aufbrechen darf. Es wird allen Ernstes und mit vollem Nachdruck gesagt: Die Rettung des Menschen und die Rettung des Lebens auf diesem Planeten hänge auf das Innigste zusammen mit der Rückkehr zur Traumwelt, mit der Wiedererinnerung des Religiösen in uns. Einsamkeit, Stille, Gebet, Meditation, Erholung, Schlaf können hellhörig machen für eine traumwandlerische Sicherheit, damit der Mensch nicht das Gegenteil von dem macht, was ihm im Traum nicht einfallen würde.
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Gerade beim heiligen Josef ist zu spüren, dass christliche Hingabe an sich gar nichts mit weltumwerfenden Taten zu tun hat, sondern mit demütigem Vertrauen auf das Wort Gottes. Das allerdings verlangt Mut vom Menschen. Es kann nur erahnt werden, was in diesem stillen Mann vorgegangen sein muss, als der Wille Gottes seinen Lebensplan und seine Sehnsucht nach ehelichem Liebesvollzug durchkreuzte. Fast unmenschliches wird von ihm verlangt. Aber gerade dadurch verhilft er der Heiligkeit Gottes zum Durchbruch in dieser Welt, weil er sich dem Wort des Herrn unterordnet zum Heil seines eigenen Lebens und zum Glück vieler.
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Klaus Kliesch
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